Whisky schreibt Geschichte in Deutschland

Noch keine 50 Jahre ist es her, da galt Whisky als beinahe unerschwingliche Spirituose – hauptsächlich den „starken“ Männern vorbehalten. Schließlich musste ja irgendein Zauber von ihm ausgehen, denn in den meisten Filmen, vornehmlich Western, wurde immer wieder nach Whisky verlangt.

Anfang der 70er Jahre kam dann jedoch ein echter Aufschwung für das Lebenswasser, denn welcher Jugendliche wollte nicht zu den starken Männern gehören und verwöhnte seine Cola mit einem Schuss (jetzt) erschwinglichen Whiskys aus Amerika. Kopfschmerzen und Übelkeit nach seinem Verzehr und der Siegeszug von Bier und Wein drängten den Whisky, der netterweise gleich gallonenweise von amerikanischen GI´s ins Land geschleppt wurde dann allerdings wieder in ein Schattendasein.

Erst der neue Wohlstand nach dem Wirtschaftswunder, die langsam beginnende Reiselust der Deutschen und der daraus resultierenden Whisky Mitbringsel wuschen das schlechte Image des Whiskys nach und nach wieder rein. Stark dazu beigetragen hatte natürlich auch die deutlich höhere Qualität des Whiskys, der längst nicht mehr „nur“ Kopfschmerzen breitete. Scotch und Malts lösten langsam aber sicher die gängigen Kornbrände der Deutschen ab. Und ein ganz neues Segment tat sich ebenfalls auf.

Direktimporte aus Schottland hielten Einzug in gut sortierte Spirituosengeschäfte, allerdings war der Rahmen in den 80er Jahren noch deutlich geringer, als in heutiger Zeit. Bis zum Ende der 80er Jahre hatten dann noch weitere Malts die Chance, sich einen Platz auf den Deutschen Markt zu verschaffen, was allerdings nicht so recht von Erfolg gekrönt war. Zu eigentümlich der Geschmack, zu teuer der Genuss. Erst in den 90ern schaffte es Glen Grant, sich am Deutschen Markt zu positionieren und zog einen echten Malt-Boom nach sich, dem etliche Abfüller folgten. Gleichzeitig positionierten sich aber auch amerikanische Whiskys in deutschen Supermarktregalen, ihre Qualität war mit den „schwarz“ eingeführten Whiskygallonen der GI´s schließlich nicht mehr zu vergleichen.


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