Irish Whiskey – Boom und Fall

Die Stunde der Dubliner John Power, William Jamerson, George Roe und John Jameson, sowie der Gebrüder Murphy aus Midleton kam ihre finanzielle Stärke während der großen Hungersnot in Irland zu Gute. Schnell konnten sie die gesamte Branche kontrollieren, kein Wunder, waren doch die meisten ländlichen Brennereien bereits vom Erdboden verschwunden.

Außerdem unterschied sich der Irish Whiskey deutlich von seinem schottischen Konkurrenten. Damals wurde dreifach destilliert. Im Gegensatz zum schottischen Whisky wurde die Gerste auch nicht über offenem Torffeuer gemälzt. Der irische Whiskey hatte also einen ganz besonderen Charakter, der sich von der Konkurrenz recht deutlich abhob und ihm schnell die Marktführung unter den Whiskeys bescherte.

Der Verlass auf „ihren“ Whiskey brach den Brennern jedoch gleichzeitig das Genick, denn erforderliche Innovationen hatten sie nicht im Sinn. Während längst ein Verfahren zur kontinuierlichen Destillation eingeführt wurde und damit der Grain Whisky seinen Siegeszug antreten konnte – er konnte wesentlich günstiger und zu gleichbleibender Qualität hergestellt werden – versuchten sich auf die Iren an der Blend Herstellung. Sie vermischten allerdings ihre guten Pot Stills mit billigem Grain, wen wunderts, schließlich durfte seit 1909 jedes Getreidedestillat als Whiskey betitelt werden.

Allerdings brach der Hauptmarkt des irischen Whiskeys zusammen, nachdem nun in den USA die Prohibition ausgerufen wurde. Durch das Handelsembargo der Engländer während der Unabhängigkeitsbewegung musste die irische Regierung dann auch noch schnell zu Geld kommen und erhöhte die Steuern. Der endgültige Genickbruch für die irischen Brennereien, der Siegeszug des schottischen Whiskys konnte ungehindert seinen Lauf nehmen.


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